> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://modelllogik.de/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# BIM in acht Stufen — ein Poster fürs Klassenzimmer, und warum die Bedarfstiefe an vierter Stelle steht
- URL: https://modelllogik.de/bim-in-acht-stufen/
- Published: 2026-09-30T07:18:28.000Z
- Updated: 2026-10-06T05:48:39.000Z
- Description: Ein kostenloses A0-Poster, das Informationsmanagement nach DIN EN ISO 19650 in acht Stufen zeigt — auf Deutsch, ohne Werkzeugnamen, mit den Begriffen aus dem Unterricht. Und warum die Bedarfstiefe darauf vor der Lieferplanung steht.
- Author: Andràs Marghescu
- Tags: Grundlagen

**Seit dem 1\. August 2026 wird nach der neuen Verordnung zum Bautechnischen Konstrukteur ausgebildet, und in diesem Herbst sitzen die ersten Klassen in den Berufsschulen.** Für sie ist das digitale Informationsmodell kein Zusatzfach, sondern der Rahmen, in dem sie drei Jahre lang arbeiten werden. *(Was sich am Beruf geändert hat, steht in* [***Was macht ein Bautechnischer Konstrukteur?***](https://modelllogik.de/was-macht-ein-bautechnischer-konstrukteur/)*.)*

Dieser Rahmen ist schwer zu überblicken, wenn man bei null anfängt. Er steht in einer Normenreihe mit sechs Teilen, er spricht in Abkürzungen, und die meisten Übersichten dazu sind englisch oder erklären ihn an einem bestimmten Programm.

**Deshalb erscheint heute, außerhalb des gewohnten Zweiwochentakts, eine Sonderausgabe:** ein Poster im Format A0, das den Rahmen auf einer Wand zeigt. Acht Stufen, vom ersten Satz einer Anforderung bis zur Übergabe an den Betrieb. Sie können es am Ende dieses Beitrags kostenlos herunterladen.

## Woher die acht Stufen kommen

Die Gliederung stammt nicht von mir. [**Luqman Komban**](https://www.linkedin.com/in/luqman-komban-234757197/?ref=modelllogik.de) hat auf LinkedIn eine [**Übersicht**](https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7510206737573113856/?ref=modelllogik.de) veröffentlicht, die das Informationsmanagement nach ISO 19650 in acht Stufen ordnet — mit einer Warnung am Schluss und fünf Handgriffen für die erste Woche in einem neuen Projekt. Sie ist viel geteilt worden, und das zu Recht: Sie bringt in eine Reihenfolge, was sonst über Normteile und Leitfäden verstreut liegt.

**Für ein deutsches Klassenzimmer taugt sie trotzdem nicht unverändert.** Sie ist englisch. Sie nennt an einer Stelle ein Prüfprogramm beim Namen, wo es um einen Arbeitsschritt geht. Und sie verwendet die internationalen Begriffe — in deutschen Projekten heißt das Lastenheft des Bauherrn *Auftraggeber-Informationsanforderungen* (AIA), die Antwort darauf *BIM-Abwicklungsplan* (BAP).

Ich habe die acht Stufen deshalb neu gefasst: auf Deutsch, ohne Werkzeugnamen, mit den Begriffen, die ich im Unterricht verwende, und mit einem Merksatz je Stufe. **An einer Stelle habe ich die Reihenfolge geändert.** Um diese Stelle geht es hier.

## Wo die Bedarfstiefe in der Vorlage steht

**Informationsbedarfstiefe** — international *Level of Information Need*, kurz LOIN — ist die Antwort auf eine einfache Frage: **Wie genau muss eine Angabe sein, damit sie ihren Zweck erfüllt?** Sie hat drei Seiten: die Geometrie, die beschreibenden Angaben wie Material oder Wärmedurchgang, und die Dokumente, die dazugehören.

In der Vorlage steht sie an sechster Stelle — nach der Lieferplanung und nach der gemeinsamen Datenumgebung. Das liest sich zunächst plausibel: Erst plant man, wer was liefert, dann legt man fest, wie genau.

**Es ist aber die falsche Richtung.** Wer erst plant und dann die Tiefe festlegt, plant eine Lieferung, von der er noch nicht weiß, wie viel Arbeit sie macht. Ob eine Außenwand als einfache Scheibe mit Gesamtdicke gebraucht wird oder mit jeder Schicht, jedem Anschluss und einem Prüfzeugnis, ist kein Detail, das man nachträglich einsetzt. Es entscheidet, wer wie lange an ihr sitzt.

## Der eine Gedanke

> **Die Bedarfstiefe gehört zur Anforderung, nicht zur Planung. Erst wird festgelegt, wie tief eine Angabe sein muss — dann wird geplant, wer sie wann liefert.**

Die Norm ist an dieser Stelle eindeutig. **In DIN EN ISO 19650-2 legt der Auftraggeber die Bedarfstiefe zusammen mit seinen Informationsanforderungen fest** (Abschnitt 5.2.1), also bevor ein Planer überhaupt beauftragt ist.

Und sie zieht die Konsequenz selbst. Jedes Fachteam führt einen eigenen Lieferplan, den *aufgabenbezogenen Informationsbereitstellungsplan* (TIDP). **Für jede Lieferung darin ist unter anderem die Bedarfstiefe anzugeben** (5.4.4). Aus allen Teamplänen entsteht der Gesamtplan, der *Master-Informationsbereitstellungsplan* (MIDP, 5.4.5). *Man kann in einem Plan keine Spalte ausfüllen, deren Inhalt erst eine Stufe später festgelegt wird.*

**Auf dem Poster steht die Bedarfstiefe deshalb an vierter Stelle** — direkt hinter den Anforderungen, vor der Lieferplanung.

![Hochformatiges Poster auf sandfarbenem Grund. Oben ein dunkelblaues Band mit dem Titel „BIM in acht Stufen“ und dem Untertitel „Informationsmanagement nach DIN EN ISO 19650 – mit den Begriffen aus dem Unterricht“. Darunter acht weiße, nummerierte Karten in zwei Spalten: 1 BIM ist ein Prozess, kein Werkzeug; 2 Die Rollen kennen; 3 Mit den Anforderungen beginnen; 4 Die Informationsbedarfstiefe festlegen; 5 Die Lieferung planen; 6 In der gemeinsamen Datenumgebung arbeiten, mit den vier Zuständen Work in Progress, Shared, Published und Archived; 7 Prüfen und koordinieren; 8 Übergeben und betreiben. Jede Karte hat einen kurzen Text, farbige Begriffskästchen, einen Merksatz mit orangem Randstrich und rechts unten eine Kapitelangabe. Unten links ein dunkler Kasten „Die Falle: Mehr Detail ist nicht richtiger“, rechts fünf orange nummerierte Schritte „Die erste Woche im neuen Projekt – als BIM-Autor“.](https://storage.ghost.io/c/df/a1/dfa16b2e-2024-4a5f-866f-818cf6baf53a/content/images/2026/10/x1-1_bim_in_acht_stufen_poster.png)

Acht Stufen auf einer Wand. Die Bedarfstiefe steht an vierter Stelle, direkt hinter den Anforderungen — dort, wo die Norm sie festlegt.

**Warum das im Alltag zählt:** Die Bedarfstiefe beschreibt, was ein Zweck verlangt — nicht, was ein Modell erreicht hat. Für den Bauantrag braucht die Außenwand ihre Lage, ihre Dicke und einen Zielwert für den Wärmedurchgang. Für die Ausführung braucht sie ihren Schichtaufbau. Für den Betrieb braucht sie keine zusätzliche Geometrie, sondern die Unterlagen des Herstellers. **Der Bedarf wächst also nicht einfach mit dem Projekt, er kann sich auch verschieben oder wieder sinken.**

Daraus folgt die Warnung, die auch die Vorlage ans Ende stellt und die ich auf dem Poster übernommen habe: **Mehr Detail ist nicht richtiger.** Eine Schicht, die niemand bestellt hat, kostet Zeit, muss gepflegt werden und verdeckt die Angaben, auf die es ankommt.

## Was sonst anders ist als in der Vorlage

Drei weitere Änderungen, damit das Poster zu dem passt, was im Unterricht gelehrt wird.

**Die Rollen.** Die Norm ordnet die Beteiligten danach, wer wem Information schuldet: Auftraggeber, Hauptauftragnehmer, Auftragnehmer. Das Informationsmanagement ist darin eine **Aufgabe**, die einer Rolle zugewiesen wird, keine eigene Rolle. Und der Bautechnische Konstrukteur steht in dieser Kette als **BIM-Autor**: Er erstellt das Modell — freigegeben wird es von jemand anderem.

*Wer die deutsche Fassung der Norm liest, stößt auf andere Wörter:* **Informationsbesteller** für den Auftraggeber, **federführender Informationsbereitsteller** für den Hauptauftragnehmer, **Informationsbereitsteller** für den Auftragnehmer. Gemeint ist dasselbe. In Verträgen und im Büro werden Sie fast nur die ersten Begriffe hören.

**Die gemeinsame Datenumgebung.** Auf dem Poster steht dazu ein Satz, der in vielen Übersichten fehlt: **Der Auftraggeber richtet sie ein, und die Norm empfiehlt, das schon vor der Ausschreibung zu tun** (5.1.7). Die gemeinsame Datenumgebung ist also keine Ablage, die sich das Planungsbüro irgendwann anlegt, sondern der Ort, an dem das Projekt von Anfang an seine verbindlichen Stände führt.

**Das Prüfen.** Die Vorlage spricht an dieser Stelle von Kollisionstests in einem bestimmten Programm. Auf dem Poster stehen stattdessen die Prüfformen selbst: die **Validierung** — ob die Datei dem offenen Format entspricht und ob sie enthält, was gefordert ist — und daneben Sichtkontrolle, Kollisionssuche und Regelprüfung. Welches Programm Sie dafür verwenden, entscheidet Ihr Büro.

## Das Poster

**Format A0 hoch, 841 × 1189 mm, als PDF mit eingebetteter Schrift.** Ein Probeausdruck in A3 zeigt vorher, ob Farben und Schriftgrößen in Ihrem Raum tragen.

Sie dürfen das Poster für Ihren Unterricht und Ihren Ausbildungsbetrieb ausdrucken und aushängen.

Die kleinen Kapitelangaben rechts unten auf jeder Karte verweisen auf mein Buch zu openBIM, das derzeit entsteht. Sie sind für alle gedacht, die an einer Stelle weiterlesen wollen, sobald es erschienen ist.

[BIM in acht Stufen – Poster A0PDF, 841 × 1189 mm, kostenlos für Unterricht und AusbildungsbetriebBIM\_in\_acht\_Stufen\_A0\_1.pdf28 KBdownload-circle](https://modelllogik.de/content/files/2026/10/BIM%5Fin%5Facht%5FStufen%5FA0%5F1.pdf "Download")

## Was Sie damit anfangen können

**1 · Die erste Woche als BIM-Autor.** Unten rechts auf dem Poster stehen fünf Schritte für den Einstieg in ein neues Projekt, in der Reihenfolge der Stufen: die AIA lesen · klären, welche Bedarfstiefe für die eigenen Bauteile gefordert ist · den BAP und den Lieferplan lesen · die gemeinsame Datenumgebung und ihre Namensregeln finden · vor der ersten Abgabe das eigene Modell selbst prüfen.

**Die Vorlage schließt an dieser Stelle mit einem Kollisionstest und dem Zuweisen der Verantwortlichen.** Das ist die Arbeit der Koordination. Wer das Modell erstellt, prüft zuerst sein eigenes — bevor er es anderen zumutet.

**2 · Eine Prüffrage für jede Angabe.**

> **Welcher Zweck verlangt diese Angabe — und in welcher Tiefe?**

Wer darauf keine Antwort findet, hat für diese Angabe keinen Auftrag. Das ist keine Aufforderung zur Sparsamkeit, sondern zur Genauigkeit: Was bestellt ist, wird vollständig geliefert, was nicht bestellt ist, bleibt draußen.

*Derselbe Gedanke von der anderen Seite: In* [***Wer etwas davon hat***](https://modelllogik.de/wer-etwas-davon-hat/) *geht es darum, warum der Nutzen eines Modells am Anfang bestellt werden muss.*

**3 · Das Poster als Gesprächsanlass.** Hängen Sie es auf, bevor Sie die Stufen erklären. Die Frage, warum die Bedarfstiefe vor der Lieferplanung steht, stellen Auszubildende erfahrungsgemäß selbst — und die Antwort bleibt länger hängen als jeder Merksatz.

## Der Satz zum Mitnehmen

Acht Stufen, und die wichtigste Aussage steckt in ihrer Reihenfolge: **Erst wird bestellt, was gebraucht wird und wie genau, dann wird geplant, geliefert und geprüft.** Wer diese Reihenfolge verinnerlicht hat, liest jede AIA anders.

---

*Der Takt geht am 6\. Oktober weiter, wie angekündigt: mit dem* [*Prüfungsbereich, der die Hälfte der Abschlussnote ausmacht*](https://modelllogik.de/haelfte-der-note-im-gespraech/)*.*